Synchrone Produktion hat 12 Bausteine: Hier sind sie!

Die 12 Bausteine der synchronen Produktion ergänzen und verstärken sich gegenseitig. Sie müssen deshalb im Zusammenhang gesehen werden. Wenn man einen Schritt alleine umsetzen will, wird man schnell an eine Grenze gelangen, die im Grunde nichts mehr ist als der Widerstand, der sich aus den nicht berücksichtigen Bausteinen bildet. Es kann also sein, dass Sie, um weiterzukommen, erst andere Bereiche bearbeiten müssen. Umso besser ist es, beim Prozess einen erfahrenen Begleiter an seiner Seite zu haben.

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1. Ordnung und Sauberkeit am Arbeitsplatz

Ordnung und Sauberkeit bilden die Grundlage für jede Verbesserung in der Fertigung. Hierbei geht es aber nicht nur um Säubern und Putzen, sondern vor allem um Organisieren und Standardisieren: Die Fahrwege sind klar gekennzeichnet, die Werkzeugablagen übersichtlich gestaltet, die Werker sauber gekleidet. Nach  dem ersten Schritt macht das ganze Unternehmen einen angenehmen Eindruck. Die so genannten 6 S bilden den Leitfaden für diesen ersten Schritt: SEIRI: Ausortieren der nicht benötigten Teile, SEITON: Aufräumen der benötigten Teile, SEISO: Reinigen, SEIKETSU: Erhalten des geordneten und sauberen Zustandes, SHITSUKE: Disziplin und SHUKAN: Gewöhnung.

2. Nivellieren und Glätten der Produktion

Die effizienteste Form der Prouduktion besteht darin, jeden Tag von den gleichen Teilen die gleiche Stückzahl herzustellen. Deshalb ist ein zentraler Baustein von SPS das Nivellieren und Glätten der Produktion. Nivellieren bedeutet, die benötigte Gesamtstückzahl eines Produktes in jeweils gleiche Tagesmengen aufgeteilt zu fertigen. Glätten bedeutet, die Tagesmengen weiter in gleiche Teilmengen zu zerlegen und über den Tag verteilt zu produzieren. Meist werden die benötigten Stückzahlen in einem Schub gefertigt. Das erscheint nur auf den ersten Blick effizient. In Wahrheit aber entsteht so zu bestimmten Zeiten eine übermäßige Belastung, zu anderen viel Leerlauf, was zu enormer Verschwendung führt.

3. Einzelstückfluss

Wo Menschen zusammenarbeiten, wird die Notwendigkeit von Teamarbeit schnell offenbar. Der Einzelstück(satz)fluss führt in Teamarbeit zu effizientesten Arbeitsabläufen. Denn der Einzelstück(satz)fluss bedeute, dass jedes Stück einzeln gefertigt, transportiert und weitergegeben wird. Was auf den ersten Blick so einfach aussieht, erweist sich in Wirklichkeit als große Herausforderung. 

4. Fließfertigung

Bei SPS muss die Ware kontinuierlich fließen: vom Eingang des Vormaterials bis zur Auslieferung der Fertigprodukte. Im Ergebnis bedeutet dies, dass nur noch benötigte Teile hergestellt werden. Ziel ist, einen möglichst starke Strömung des Flusses zu erzeugen, die flexibel auf Veränderungen reagieren kann.

5. Verkleinerung der Losgrößen

Unter den vielen Arten der Verschwendung gibt es eine, die die Schlimmste ist, die Wurzel allen Übels: Es handelt sich um Überproduktion. Produktion in großen Losgrößen bedeutet immer Überproduktion und damit immer Verschwendung. Mit der Reduzierung der Losgrößen geht aber eine zentrale Anforderung einher: die Verkürzung der Umrüstzeiten. Auch wenn es nur wenige wahrhaben wollen, so gilt doch: Die Verkürzung der Umrüstzeiten erweist sich als eine der stärksten Waffen im Konkurrenzkampf und trägt entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit bei.

6. Adressen und Stellflächen

Ale Produkte und Teile müssen gekennzeichnet sein. So sind alle Gegenstände von jeder beliebigen Person jederzeit und ohne Vorinformation auffindbar und Störungen sind schnell erkennbar. Da es sich um Inhalte handelt, die das ganze Unternehmen betreffen, sollten schnell Standards geschaffen werden. Jedes Werk sollte dazu sein eigenes Handbuch entwickeln.

7. Produktion in Taktzeit

Starke Schwankungen auf dem Markt führen im Unternehmen zu ständigen Veränderungen der Taktzeiten. Taktzeit ist der vom nachgelagerten Prozess (Kunde) vorgegebene Zeitrahmen, der für die Produktion eines Teils zur Verfügung steht. Für die synchrone Produktion ist es von entscheidender Bedeutung, den Anteil der wertschöpfenden Arbeit innerhalb der Taktzeit zu erhöhen und den Begriff der Taktzeit flächendeckend im gesamten Unternehmen umzusetzen.

8. Stückzahlen-Management

Das Stückzahlen-Management dient in erster Linie der Schaffung von schwankungsfreien Produktionslinien und ist damit ein Instrument zur Erfassung und zur Senkung der Herstellungskosten. Es dient dazu, Lieferzeiten einzuhalten und weist die Herstellungskosten aus. Dazu gehören auch diejenigen Kosten, die durch Wege von Mitarbeitern, Anlagen, Lagerbestände, Qualitätsprobleme etc. entstehen.

9. Standardisierte Arbeit

Unter den 12 Schritten zur Einführung des synchronen Produktionssytems ist dieser Schritt derjenige, der die größten Auswirkungen hat. Tatsächlich kann es ohne standardisierte Arbeit gar kein synchrones Produktionssystem geben. Standardisierung gilt aber nicht nur für Werker, sondern für alle Mitarbeiter des Unternehmens.

10. Qualität

Aufgrund immer kürzer werdenden Produktzyklen sind Unternehmen zu immer schnelleren Anpassungen gezwungen. Maschinen und Anlagen werden ständig weiter entwickelt, Informationsmengen werden größer und Managementaufgaben komplexer. In dieser Situation ist es eine immer größerer Herausforderung für die Unternehmen, Produktqualität bei gleichzeitiger Reduzierung der Kosten zu gewährleisten. Um Qualität zu erzeugen, muss jeder Ablauf und jeder Prozess im einem Unternehmen von hoher Qualität sein. Es liegt daher nahe, in einem synchronen Produktionssystem von Produktionsqualität zu sprechen anstelle von Produktqualität. Ziel der synchronen Produktion ist es, die Qualität sämtlicher Produktionsaktivitäten insgesamt anzuheben.

11. Anlagen

Insbesondere in produzierenden Unternehmen stellen Anlagen den wichtigsten Teil des Vermögens dar. Der Wert der Anlagen bemisst sich daran, inwieweit sie in der Lage sind, Gewinne zu erwirtschaften. Deshalb ist es wichtig, die Gesundheit der Anlagen zu erhalten. Durch Reinigen, denn Reinigen ist prüfen und prüfen ist das vorausschauende Beheben von Störungen.

7. Kanban

Kanban ist ein Werkzeug zur Realisierung des synchronen Produktionssystems und eine seiner wichtigen Säule. Es ist im Grunde nur ein kleines, viereckiges Stück Papier. Dieses Papier aber steuert den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarktprinzip. Der „Verbraucher” entnimmt die benötigte Warenmenge aus einem Behältnis. Der „Lieferant” füllt den fehlenden Bedarf nach. Kanban ist ein sich selbst steuernder Regelkreis, ein Werkzeug zum Managen von Dingen.

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